EHC St.Gallen – EHCWN 3:2 (2:0|1:2|0:0)

So. 11.02.2018, Eissportzentrum Lerchenfeld, St. Gallen, 85 Zuschauer

Zuerst das Positive: Am Sonntag stand zum ersten Mal Goalie Christoph Fischer für den EHCWN zwischen den Pfosten: “Herzlich willkommen im ersten 4.-Liga-Ernstkampf!”. Die Freude war allerdings nur von kurzer Dauer. Bereits in der 2. Spielminute schoss der EHC St.Gallen – der aktuelle Fünftplatzierte – das frühe 1:0. Das Spiel verlief im Weiteren – abgesehen von drei relativ harmlosen Strafen – verhältnismässig ereignislos. Dann, kurz vor der ersten Pause, erzielte der EHC St.Gallen den zweiten Treffer. Dieser unerwartet deutliche Rückstand musste nun erst einmal verdaut werden…

Im zweiten Drittel war eine klare Steigerung nötig. Direkt nach dem Wiederanpfiff war davon Allerdings noch nicht viel zu sehen. Nach nur 46 Sekunden lief der Gegner allein auf den Goalie Christoph Fischer zu und erhöhte zum 3:0. Es folgten drei Strafen gegen den EHC St.Gallen, sodass der EHCWN ca. eine Minute in doppelter Überzahl agieren und gewaltig Druck auf das gegnerische Tor machen konnte. In der 30. Spielminute schob Thomas Müller die Scheibe Alain Bucher zu, der sich alle Zeit der Welt nehmen konnte, um das dramatisch anmassende Score auf 3:1 zu korrigieren. Generell schlugen die Emotionen im zweiten Drittel höher, was zur Folge hatte, dass es erneut zu einer doppelten Überzahl für den EHCWN kam. Diese Chance blieb allerdings ungenutzt, aber immerhin ging es vor dem Tor des EHC St.Gallen immer hektischer zu und her. Der erhöhte Effort wurde mit dem Anschlusstreffer zum 3:2, den Andi Schoop auf Pass von Alain Bucher erzielen konnte, belohnt. So ging der EHCWN mit einer 2:1-Bilanz in die zweite Pause.

Der EHCWN startet mit einem Mann auf der Strafbank ins letzte Drittel, überstand aber die Unterzahl unbeschadet. Energisch wurde der Ausgleich gesucht, und das Spiel fand hauptsächlich im gegnerischen Drittel statt, aber leider wollte der Ausgleichstreffer einfach nicht fallen. In der Mitte des Drittels eskalierte die Situation gleich an verschiedenen. Ein Check von Peter Hauser gegen den gegnerischen Goalie – übrigens weit ausserhalb des Torraums – wurde weder vom Schiri noch vom Gegner goutiert. Nach einer ewig zu dauern scheinenden Beratung der Schiedsrichter, wurden als Folge zwei Zweiminutenstrafen gegen den EHCWN und eine Spieldauerstrafe gegen den EHC St.Gallen ausgesprochen. Als noch eine weitere Strafe gegen den EHCWN ausgesprochen wurde, nahm St.Gallen ein Timeout, das allerdings ohne erkennbare Folgen blieb. Als fünf Minuten vor Schluss der EHCWN seinerseits in Überzahl agieren durfte, versuchte Coach Jürg Wiesmann ebenfalls mit während des 30 Sekunden dauernden Timeouts seine Männer zum Ausgleichstor zu pushen. Es wurde alle Register gezogen. So verliess Torhüter Christoph Fischer, zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit das Eis, um mit einem zusätzlichen Feldspieler mehr Druck im gegnerischen Drittel zu erzeugen. Als der Schiri, 44 Sekunden vor Schluss, (endlich) ein Beinstellen des EHC St.Gallen ahndete, fehlte wirklich nicht mehr viel zum Ausgleich. Leider reichte es an diesem Abend nicht und so blieb es beim knappen 3:2 für den EHC St.Gallen.

Fazit: Verlieren gehört zum Sport, auch wenn das in dieser Saison bisher erst einmal vorgekommen war. Die Devise muss sein “schnell vergessen und das nächste Mal effizienter spielen!”.